Bemerkenswert

Wenn du wirklich im Ortho-OP stehst

Der Operateur bastelt dir beim Warten auf das Zementtrocknen mit den übriggebliebenen Resten lustige Figuren.

  1. Der Oberarzt macht vor dem OP Liegestütze und Klimmzüge im Vorraum.

 

  1. Du überlegst, dir Ohrenstöpsel mitzunehmen, denn im OP kann das Schlagen der OP-Instrumente recht laut werden (beim Hüftkopf einschlagen etc.).

 

  1. Du brauchst kein Muskeltraining, vier Stunden lang das Bein eines narkotisierten Patienten zu halten, reicht völlig für eine Woche.

 

  1. Mit der Länge der OP-Zeit steigt die Grobheit der Witze.

 

  1. Der durch den Kauter verursachte Geruch erinnert dich an BBQ und Grillsaison.

 

  1. Es werden wirklich immer die OP-Masken mit Sichtschutz sinnvoll sein, denn so matschig wie im Ortho-OP geht es sonst selten zu, und du möchtest diese Sekrete nicht im Gesicht haben.

 

  1. Der Operateur bastelt dir beim Warten auf das Zementtrocknen mit den übriggebliebenen Resten lustige Figuren.

Empfehlenswert:

 

 

 

Bemerkenswert

Wenn du wirklich die 8 Uhr-Vorlesung im AKH besuchst

In den 15 Minuten Pause von Bauteil 87 zum Hörsaalzentrum zu kommen, bedeutet für dich eine 14-minütige Gehzeit sowie eine effektive Pause von einer Minute.

  1. Beim Betreten des Krankenhauses sagst du alle 10 Meter einem Bekannten Hallo.

 

  1. Die Starbucksschlange ist in der Früh länger als der Laden breit.

 

  1. Eine der Rolltreppen ist immer kaputt.

 

  1. Es wird schwierig, den Raum AK0501_0718?oü$%i zu finden und keiner kann dir helfen, nicht einmal der Onlineplaner Med.campus.

 

  1. Die Mensaregel lautet: Immer das Panierte nehmen, außer es gibt Fisch.

 

  1. Den heimlichen Traum, einmal Kassierer sein zu dürfen, kannst du dir im neuen Spar an der Selbstbedienungskassa erfüllen.

 

  1. In den 15 Minuten Pause von Bauteil 87 zum Hörsaalzentrum zu kommen, bedeutet für dich eine 14-minütige Gehzeit sowie eine effektive Pause von einer Minute.

 

  1. Die Janus(kinasen) sind vor allem auf Ebene 3 fleißig aktiv.

 

  1. Die ominösen Wesen mit Rollern und weißen Kitteln scheinen von einem anderen Planeten zu kommen.

 

  1. Die Liftfahrt von Ebene 5 auf 8 bringt dich auf unerwartete Reisen zu den Ebenen 3-7, doch Ebene 8 wirst du niemals erreichen, zumindest nicht schneller als zu Fuß.

 

  1. Du verspürst Nervenkitzel, wenn du am 1. 3. noch mit altem Mensapickerl essen gehen willst.

 

  1. Die Mensa ist ein einzigartiges, unvergleichbares Sammelsurium von schlaftrunkenen Zombies, äh Nachtschichtlern, gehobenen OberärztInnen, ProfessorInnen, lässigen sowie erschöpften AssistenzärztInnen, prüfungsnervösen oder gelassenen StudentInnen, PflegerInnen, WissenschaftlerInnen, teilweise PatientInnen, MitarbeiterInnen sowie KongressteilnehmerInnen.
Bemerkenswert

Anekdoten aus dem OP 4

Bin dabei, meinen Kuli im Kasack verstauen, sieht es eine Oberärztin und meint: „Beginnen Sie lieber erst gar nicht damit, Sie vergessen beim Umziehen, den wieder mitzunehmen, ich hab’ so schon zwei Eheringe verloren!“

„Das neue OP-Klo ist ein indisches Klo, es befindet sich am Ende des Ganges.“

 

(Assistenzarzt schaut das Fußballmatch in der ruhigen Nachtschicht).
„Ich gönn’s mir im Raum 4!“

 

Tattoo eines Patienten im OP:
Linker Fuß „Ich bin müde“,
rechter Fuß „Ich auch“

 

Bin dabei, meinen Kuli im Kasack zu verstauen, sieht es eine Oberärztin und meint: „Beginnen Sie lieber erst gar nicht damit, Sie vergessen beim Umziehen, den wieder mitzunehmen, ich hab’ so schon zwei Eheringe verloren!“

 

Nach einer Komplikation stehen wir länger als gedacht im OP. Eine OP-Schwester fragt nett, ob jemand Durst hätte, sie packt währenddessen den Einwegharnkatheter aus, damit wir beim Trinken steril bleiben. Der Durst vergeht 😀

Bemerkenswert

8 Gründe, warum du beim OP-Schleusen länger brauchst als du dachtest

Wenn man nicht 7-8 Uhr Früh zu arbeiten beginnt, kann es sein, dass die Kasacks in deiner Größe auch nicht mehr vorhanden sind. Es sind schon während OPs Kasackhosen runtergerutscht, da aber alles steril bleiben musste, wurde in Unterhose weiteroperiert – ist nicht mir passiert, aber es ist wirklich schon passiert 😀

1. Die Crocs in deiner Schuhgröße sind immer alle schon weg.

2. Du suchst verzweifelt nach Crocs in den Schuhgrößen über oder unter deiner, diese sind jedoch mit Namen, Blümchen, Schnörkeln und Herzchen beschriftet, sodass du es nicht wagst, dieses personalisierte Kunstwerk anzuziehen, auch wenn die Schuhe eigentlich vom Krankenhaus für alle zur Verfügung gestellt werden.
Traust du Dich dennoch, die 37er von Lisl < 3 für eine bessere Idee zu halten als die freie Schuhgröße 41 anzupeilen, wirst du mit Todesblicken bestraft, da jeder weiß, dass du nicht Lisl < 3 heißt. Womöglich stehst du dann sogar mit Lisl < 3 im OP- worst case.

3. Wenn man nicht 7-8 Uhr Früh zu arbeiten beginnt kann es sein, dass die Kasacks in deiner Größe auch nicht mehr vorhanden sind. Es sind schon während OPs Kasackhosen runtergerutscht, da aber alles steril bleiben musste, wurde in Unterhose weiteroperiert – ist nicht mir passiert, aber es ist wirklich schon passiert 😀

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4. Soll ich die grüne OP-Haube mit Halskrause nehmen, oder ohne, oder noch eine blaue unter der grünen um die Haare gescheit abzudecken? (Nach dem ersten Umziehtag fällt diese Frage weg, da die OÄ voraussetzen, dass man unbedingt die Haube mit Halskrause nimmt, wenn man direkt am OP-Tisch mithilft).

5. Ah, Haargummi vergessen, nochmal umziehen und in den Garderobenbereich gehen, man darf ja nicht mit Haube und Kasacks wieder in den außenstehenden Bereich.

6. Dasselbe gilt für die Toilette, lieber vor dem Umziehen gehen, sonst muss man sich auch nochmal einen frischen Kasack anziehen.

7. Ich ziehe im OP gerne Stützstrümpfe an, die ich auch manchmal in der Garderobe vergesse. Ich senke eindeutig das Alterslimit der Bständig-Shopper 😀

8. Lernsachen für die Pausen sowie Snacks für den Aufenthaltsraum und Wertsachen für den Safe im Pausenraum vergisst man auch gern und muss dann das ganze Prozedere wiederholen.

Die Schleuse ist übrigens die Grenze zwischen OP-Bereich und restlichem Krankenhaus. Dort wird der grüne Kasack angezogen, die OP-Haube und -Maske, sich gewaschen (noch nicht steril, das erst vor einem der OP-Säle.)

 

(c) gelbes Crocsfoto von der lieben Kollegin https://www.instagram.com/in_zhir/?hl=de 🙂

Bemerkenswert

11 Dinge, die du während deiner ersten Famulatur lernst

Es kommt nicht gut, wenn du bei Aufnahmegesprächen keinen roten Faden hast, mit den Themen herumhüpfst und nach der Frage zu Stuhl- und Harnverhalten die geschiedene Ehefrau thematisierst.

1. Du stehst immer jedem im Weg.

2. Jeder setzt voraus, dass du von Anfang an weißt, wo alles ist, bzw. wenn es dir einmal genervt/gestresst gesagt wird, wird ab nun erwartet, dass du es jetzt nie wieder vergisst (neben all den anderen Infos).

3. Sobald du dich im Krankenhaus eingelebt hast, ist die Famulatur vorbei.

4. Ja, der Patient merkt, wie unsicher du bist, wenn du mit dem Butterfly herumhantierst wie ein Elefant im Porzellanladen.

5. Es kommt nicht gut, wenn du bei Aufnahmegesprächen keinen roten Faden hast, mit den Themen herumhüpfst und nach der Frage zu Stuhl- und Harnverhalten die geschiedene Ehefrau thematisierst.

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6. Dein Schlafrhythmus verändert sich insofern, als du sonntags 6.45 Uhr aufwachst und putzmunter die Decke anstarrst.

7. Verschiedene Utensilien haben andere Namen, selbst in Deutschland gibt es andere Begriffe als in Ö (z.B. Flexüle oder Viggo statt Venflon).

8. Wenn du am Ende des Tages nicht nach Desinfektionsmittel riechst oder der Geruch dir nachts dir in die Nase steigt, hast du was falsch gemacht.

9. Obwohl du dir alle neuen Namen zu merken hast, und die StationsmitarbeiterInnen sich eigentlich nur einen neuen, weiß niemand wirklich wie du heißt gleichzeitig wird vorausgesetzt, dass du niemanden erneut nach seinem Namen fragst.

10. Gute Gesprächsstoffe bei Blutabnahmen, Venflons etc. sind Wetter, Essen, Kinder, Enkel und Wien.

11. Am Ende des Tages bist du stolz, dass du auch oft Aufgaben zugetragen bekamst, denen du dir nicht gewachsen schienst, die du dann aber doch meistern konntest.

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Bemerkenswert

Die sagenumwobene Kleingruppenanmeldung

Jedes Semester stehen wir MedizinstudentInnen vor einer der größten Hürden unseres Studiums: Der Kleingruppenanmeldung. Freundschaften wurden deshalb schon beendet, Allianzen gegründet, Wecker in anderen Zeitzonen auf unmenschliche Uhrzeiten (4 Uhr Früh und Co.) gestellt und so mancher kam früher aus dem Urlaub, um dafür verlässlich schnelles Internet zu Hause zu genießen.

Denn dieser eine Klick, der mit der Atomuhr Punkt 9 Uhr straight getan werden muss, bestimmt über die weitere Laufbahn unseres Studiums. Die ProfessorInnenwahl ist an die Kleingruppen gekoppelt, und dadurch entstehen einerseits Präferenzgruppen und andererseits Kleingruppen, die eher gemieden werden. Dem Maß des Sich-Hineinsteigerns sind keine Grenzen gesetzt.

Es werden Tränen vergossen, Telefonkonferenzen über Ozeane gehalten und die Jahrgangs-Facebookgruppen laufen auf Hochtouren. Wenn man nicht selbst in dem Dilemma der Optionen stecken würde, wäre es an sich ganz lustig, all die Beiträge zu lesen. Ehrlich gesagt ist es das auch so.

Heiter bleibt es, sofern man mit den ausgemachten FreundInnen in die erste Kleingruppenwahl kommt.
Unlustig wird es für jene, deren Internet zu langsam war oder deren Klick 9.00.01 abgedrückt wurde. Denn ab da beginnt dann reges Tauschen. Minütlich werden Beiträge zu Wechselmöglichkeiten gepostet (a la „Tausche KG (Kleingruppe) 33 gegen 54 + einen Kasten Bier, drei Kamele, einen Kurzhaarschnitt und mein Erstgeborenes“). Wenn sich zwei Seelenverbündete finden, beginnt erneut eine Schwierigkeit: Das Datum des Wechselns. Tagsüber zu riskant, denn wenn Person A sich aus KG 33 abmeldet und Person B aus KG 54, um Kleingruppen zu tauschen, kann es passieren, dass Person C, die gleichzeitig online ist und gierig auf ihren Wahlplatz wartet, sieht, dass ein Platz in der WunschKG 33 frei ist. Am Ende sind Person A und C glücklich in ihren Kleingruppen, und B nun in der von C. Deshalb muss der Tausch nachts 4 Uhr geschehen.

 

Ich habe es dieses Jahr nicht einmal in eine meiner zehn Präferenzgruppen geschafft, geschweige denn in die erste. Dafür habe ich sehr liebe Freunde :p, die tatsächlich ihre Wahlgruppe aufgegeben haben, um mit mir den Schock zu teilen 😀
Nach einigen Tagen ist die Ummeldung dann auch nicht mehr möglich. Bald darauf im neuen Semester lernt man die ProfessorInnen und teils neuen FreundInnen der Kleingruppen kennen, und merkt im Endeffekt, dass das ganze Brimborium zwar ein Nervenkitzel war, aber eben auch alles heißer gekocht wird als gegessen. Die furchtumwobenen ProfessorInnen sind auch Menschen, und FreundInnen trifft man in dem halben Jahr auch so unter der Woche, wenn man sich eben Zeit macht. Klar sind freie Pausenzeiten dann oft nicht übereinstimmend, aber wo ein Wille ist, ist ein Weg.
Man soll ja stets auch auf Neues gespannt sein.

 

Beitragsfoto: © Medizinische Universität Wien, MedUnique Titelbild Ausgabe 2 Juni 2017
https://www.meduniwien.ac.at/web/presse-meduni-wien/medunique/

Bemerkenswert

Sezierkurs

Im Medizinstudium gibt es viele Praktika, die Fertigkeiten lehren, die einem in der Welt außerhalb von Harnkathetern und Venflons selten zustoßen, außer natürlich später im Arbeitsumfeld.
Neben dem Erlernen der Blutabnahme, tausendseitiger Bücher und Anamnesegesprächen, um nur einen Teil anzusprechen, ist der Sezierkurs eines der bedeutendsten Fächer des Studiums.

Kein Lehrbuch oder Computerprogramm kann das eigenständige Präparieren von Haut, Fett, Arterien, Venen, Nerven, Faszien, Muskeln und Knochen ersetzen. Einmal in der Woche dürfen wir uns mit unserer Sekante, also unserem Körperspendenareal auseinandersetzen.
Dass die wöchentlichen Prüfungen, nach denen das Areal dann gewechselt wird, anstrengend sind, möchte ich nicht verneinen. Weit überwiegt die Ehrfurcht sowie Begeisterung, die Möglichkeit zu haben den Körper des Menschen bestmöglich kennenlernen und verstehen zu können.
Ich erinnere mich noch an die großen Augen von uns allen in der ersten Einheit, als der der Zippverschluss geöffnet wurde.

Mittlerweile haben wir Berührungsängste verloren. Wenn man völlig begeistert am Freitagabend nach Hause kommt, wieder etwas Neues über den menschlichen Körper erfahren durfte und sagt, dass man heute das erste Mal ein menschliches Herz in der eigenen Hand hielt, merkt man anhand der Reaktionen der Mitmenschen, was man da gerade gesagt hat. Auch der Formalingeruch war anfangs gewöhnungsbedürftig.
Ich bin sehr dankbar für die einmalige Erfahrung, die uns MedizinstudentInnen auch für die spätere Berufslaufbahn so wichtig ist.

Bemerkenswert

Anekdoten aus dem OP 3 – Sommeredition

OP-Schwester zum Assistenzarzt: „Uns fehlt noch ein Tuch.“ (sieht es) „Ui, vergisst du das eh nicht aus der Wunde zu nehmen?“
Assistenzarzt: „Achso, ich nähe das eigentlich immer gern an.“

OP-Schwester zum Assistenzarzt: „Uns fehlt noch ein Tuch.“ (sieht es) „Ui, vergisst du das eh nicht aus der Wunde zu nehmen?“
Assistenzarzt: „Achso, ich nähe das eigentlich immer gern an.“

 

Versuche möglichst viel Blut aus dem OP-Feld zu entfernen, um dem Oberarzt bessere Sicht zu gewährleisten. Dieser daraufhin zu mir: „Saugen’s nicht so viel, Sie sind ja keine Putzfrau.“

 

OA: „Schwester, ist die OP-Heizung aus? Es ist so heiß und ich beginne dann zu stinken, das könnte für euch nicht angenehm werden.“

 

Ein Oberarzt beginnt eine SternaLock-OP und biegt minutiös die Titanplatten zurecht. Als er dafür sehr lang braucht um perfektionistisch die Platten auf das Sternum anzupassen, sagt der OP-Pfleger: „Sehen Sie’s doch als Lego, das sie mit ihrem Sohn spielen.“
OA: „Der eine ist 25 und schon aus dem Alter raus und der andere ist sechs und hat gerade andere Sorgen, er hat dieses Jahr mit der Schule begonnen. Am ersten Tag hab’ ich als einziger vergessen ihm die Jause zu machen, alle anderen Kinder hatten eine mit.“
Pfleger: „Der Arme, das wird eine Trauma fürs Leben bleiben!“
OA: „Na immerhin hab‘ nicht vergessen ihn in die Schule zu bringen!“

 

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Du willst mit dem OA sprechen, er ist nach den OPs aber nie aufzufinden? Einfach einen Kuchen backen und im OP sagen, dass er im Aufenthaltsraum steht. Dort warten.

 

Bin im Urlaub, werde vom OP-Raum 4 am Handy angerufen und dachte schon ich habe vielleicht Dienst? Assistenzarzt: „Heute ist kein Legholder da, kannst du kommen?“
Ich: „Bin nicht in Wien sorry..“
„Passt, dann hast du ja jetzt noch zwei Stunden, Hüfte wartet schon ;)“

Der Tag, an dem Caro Daur mich blockierte

Caro Daur hat auf Instagram eine Followerschaft von über einer Million. Mit dieser Reichweite wird ihr Einkommen pro gepostetem Foto auf 5000-10 000 Euro geschätzt. Influencer, so der (selbsternannte) Name für den Vollzeitjob des Werbungmachens und Teilens seiner Welt auf Instagram, sind heute die greifbaren Idole der Jugend. Man kann sich viel besser mit ihnen identifizieren als mit irgendeinem Hollywoodsternchen tausende Kilometer entfernt.
Als ich neulich einen Kommentar unter ein Bild von Frau Daur setzte, bekam ich zum ersten und letzten Mal selbst mit, wie nah man ihnen trotz der Flut an Likes und Kommentaren ist. Sie hatte sich tatsächlich die Mühe gemacht, mich aus all ihren siebenstelligen Followern herauszusuchen und zu blockieren.

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Dabei war ich wirklich nicht die einzige, die ihr Gewicht ansprach. Es steht mir nicht zu, das zu kommentieren und ist sowieso ihre Sache. Meine Meinung postete ich auch nicht unter das Bild, um sie selbst zu kritisieren, sondern um neben all den Herzchen, Emojikommentaren und #figurgoals darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Zielgruppe, ich schätze einmal 13- bis 18-jährige Mädchen, dieses Schönheitsideal nicht übernehmen müssen. In der Pubertät schwebt man sowieso ständig zwischen Selbstfindung und Selbsthass und lässt sich leicht beeinflussen. Wer weiß in der Zeit schon, was man richtig finden will? Man probiert aus. Wenn dann ständig erfolgreiche, hübsche Mädchen auf Instagram ihren Urlaub teilen, unnatürliche Körperproportionen mit weißem Strandhintergrund, beginnt man vielleicht an sich zu zweifeln.

Ein paar Stunden später wollte ich schauen, ob mein Kommentar Anklang fand oder einen Shitstorm ausgelöst hatte, aber was passiert war, ließ mich echt baff.
Ich war blockiert worden von der einflussreichsten Instagrambloggerin Deutschlands. Da sie kein Management hat, sondern alles selbst koordiniert, um Geld zu „sparen“ (kann man nachlesen), meinten Freunde von mir, ich sollte mich geehrt fühlen, dass sie extra auf mein Profil gegangen war, um mich zu entfernen (das muss man dafür tun, hoffentlich haben ihr die Geigenvideos gefallen, haha).

Ich war nicht stolz, sondern wirklich traurig, mit wie wenig Kritik eine Person mit einer siebenstelligen Reichweite und vierstelligen Kommentarsumme unter jedem Bild zurechtkommt. Ich kann sie jetzt nicht einmal mehr auf Instagram suchen, sie ist aus meinem Leben gelöscht.
Was ist Instagram bitte für eine Einhorn- und Regenbogenwelt, in der jeder mit einer eigenen Meinung einfach ausgeschaltet wird. Das lässt uns ja keine Wahl, als alles, was wir sehen, unkritisch zu akzeptieren. Was wurde nur aus Kants „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Den Influencern muss doch klar sein, dass eine Millionen Menschen nicht immer einer Meinung sein können. Instagram, der Ort in dem Deutschland und Österreich keine Demokratien sind.

Anekdoten aus dem OP 2

Neue Hilfsassistenz wird gefragt, wie’s ihr im OP gefällt: „Viel Blut und es riecht etwas streng.“ OA: „’Tschuldigung!“

Nachdem der OA eine Stunde mehr für mich in die Dienstliste einträgt, für Anfahrtsweg, Umziehen etc., sagt er: „, Ich fühle ich mich wie bei der Caritas.“

 

Neue Hilfsassistenz wird gefragt, wie’s ihr im OP gefällt: „Viel Blut und es riecht etwas streng.“ OA: „’Tschuldigung!“

 

Beim Aufbereiten des Knochenzements sagt der OA zu mir „So, jetzt mach’ ma a‘ Bastelstunde mit Beton!“

 

Patient, 180 kg, muss in Bauchlage operiert werden. Kommentar aus dem OP: „Jackpot!“

 

Lieblingssätze für alle OP-MitarbeiterInnen:

  • „Hautnaht Ende“
  • „Nächster Punkt wurde abgesetzt“
  • „Wir sind schon beim Drain“

Aussagen, die man ungerne kurz vor Dienstschluss hört:

  • „Noch einen Hautfaden bitte“
  • „Wir müssen doch Augmentieren“
  • „Der Assistenzarzt näht zu“
  • „Der andere OP ist langsamer, wir bekommen den letzten Punkt noch“

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Titelbild von http://darylpeveto.photoshelter.com/image/I0000sIOuAPgdJfs